The Fountainhead (1949)

Architekt Howard Roark steht mit seinen Werten für einen visionären Unternehmer-Typus, einen Start-up-Künstler, dem die eigenen Prinzipien alles und der Markt nichts sind.

Gary Cooper war im alten Hollywood abonniert auf den Mann mit Prinzipien. In The Fountainhead (Ein Mann wie Sprengstoff, 1949) nach dem Roman von Ayn Rand[1] spielt Cooper Howard Roark, einen genialen Architekten, der sich nicht verbiegen lässt. Howard Roark will nicht gefallen, er braucht keine Bestätigung, auch nicht durch einen Auftraggeber.

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Up in the Air (2009)

„Up in the Air“ ist eine Reflexion über die Bedeutung, die wir der Arbeit in unserem Leben beimessen, und was ihr Verlust mit dem Einzelnen macht.

Wer je ein Imperium aufgebaut oder die Welt verändert hat, war exakt in der Situation, in der Sie sich jetzt befinden. Und deshalb hat er geschafft, was er geschafft hat.“ Dutzende Male am Tag spult Ryan Bingham diesen Satz ab. Egal, wer vor ihm sitzt, jeder macht mehr oder weniger die gleiche Gefühlsachterbahn durch – und dann platziert Bingham seinen Satz.

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Star Wars: The Force Akwakens (2015)

Viele Abenteuer- und Katastrophenfilme erzählen vom Besten – und vom Schlechtesten – in der Arbeitswelt. Hier werden vormals stille, professionell agierende Chefs und andere Spezialisten unverhofft zu Helden, die selbstlos nicht nur ihre Mannschaft, sondern gleich die gesamte Galaxis zu retten versuchen.

Andere verlassen als erste das sinkende Schiff, werden zu tobenden Berserkern (was der Mission selten hilft), verwandeln sich in gierige, berechnende, entmenschlichte Figuren, die die Nerven verlieren und fast immer die Rechnung in Form eines vorzeitigen Todes präsentiert bekommen. 

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Thank you for smoking (2005)

Wie nur wenige andere Filme porträtiert „Thank you for smoking“ den Berufsstand der Beschäftigten von Verbänden, und gar ihrer disponiertesten Vertreter, deren Sprecher.

Ich bin Vermittler zwischen zwei Richtungen der Gesellschaft, die irgendwie versuchen, sich zu einigen.“ Nick Naylors größtes Talent ist, dass er reden kann. Nick ist Lobbyist. Und er ist nicht einfach nur Pressesprecher eines x-beliebigen Industrieunternehmens, nein, er spricht für die tödlichste Branche überhaupt. Alkohol? Waffen? Da kann Naylor nur lachen. Er ist Lobbyist für die Tabakindustrie, die allein in den USA 1.200 Menschen am Tag umbringt.

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Topos: Die beste Freundin

Die Arbeitswelt im Film kommt ohne beste Freundin und engagierte Kollegin nicht aus. Sie zeigt durch ihre eigenen Erfahrungen auf, wie es für die Protagonistin auch hätte laufen können (Kleinstadt-Ehe, Sekretärinnen-Stuhl, Staten Island), außerdem dient sie natürlich als Dialogpartnerin für Schlagabtausch, Stimme des Gewissens, Vergewisserung.

Joan Cusack, die geborene actress in a supporting role, spielt in Working Girl Cynthia, die beste Freundin von Tess[1]. Sie fährt mit ihr nach Manhattan, geht aber statt in den Abendkurs lieber mit Freundinnen etwas trinken. Ihre Haare sind noch um einiges höher toupiert und ihr Lidschatten noch greller als der von Tess. Sie heiratet ihre Jugendliebe, Tess nicht.

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42nd Street (1933)

Ansprache kurz vor der Premiere: „You’re going out a youngster but you’ve got to come back a star!“ Kann das gut gehen?

Julian Marsh ist ständig unzufrieden mit seinen Angestellten: Er brüllt sie täglich zusammen und sagt ihnen wütend, wie schlecht und untalentiert sie seien; er lässt sie rund um die Uhr arbeiten, so dass einige schon dabei einschlafen. Zudem frisst ihn eine tödliche Krankheit von innen auf. Dies ist sein finales Projekt, die Krone seines Schaffens, dies wird ihn überleben, daran wird man denken. Die Erwartungen sind entsprechend.

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