The Insider (1999)

Der Whistleblower ist die Krone aller Figuren aus der Arbeitswelt auf einer Kinoleinwand, mit der sich Angestellte im Zuschauerraum identifizieren können.

Seine eigene moralische Integrität ist Richtschnur für sein Handeln, und er setzt sich mit seiner Aussage oder Dokumentenweitergabe an Medien oder Strafermittlungsbehörden über das Interesse seines Arbeitgebers, seines Bosses, seiner Kolleg*innen hinweg. In der Realität – das zeigen viele Filme – ist solch eine Aussage mit einem hohen Preis verbunden; monetär wird der Verlust an Karriere, Reputation, materieller Sicherheit selten aufgewogen.

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The Abyss (1989)

Bud Brigman ist genau der Mann, den man dabeihaben will, wenn man in gefährlicher Mission unterwegs ist, wenn man halsbrecherische unternehmerische Entscheidungen zu treffen und umzusetzen hat, wenn man unerprobte Technik einsetzen oder innovative Lösungswege beschreiten will.

Dieses Unterwasserdrama ist ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn (bereichsübergreifende) Teams nicht funktionieren oder jeder seine eigene Agenda hat. Auch natürlich für den systemimmanenten Machtkampf zwischen verschiedenen Regierungsorganisationen und -hierarchien.

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Miracle on 34th Street (1947)

Alleinerziehende Mutter, Special Events Director des New Yorker Kaufhauses Macy, engagiert einen Weihnachtsmann. Und der gibt Ratschläge, die sich erstaunlich vorteilhaft auf die Kundenbindung auswirken.

Für seine Story um einen Kaufhaus-Weihnachtsmann, der behauptet, der echte Weihnachtsmann zu sein, fährt Miracle on 34th Street (Das Wunder von Manhattan, 1947) wie beiläufig eine so moderne wie zeitlose Entourage auf: Die geschiedene berufstätige Mutter in einer Führungsposition[1], die nicht an Märchen, weiße Prinzen und schon gar nicht an den Weihnachtsmann glaubt, und die Ratio zum wichtigsten Erziehungsprinzip für ihre Tochter macht.

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Storm Center (1956)

Alicia Hull in Storm Center ist von ähnlichem Kaliber wie Bunny Watson in Desk Set, steht jedoch vor gänzlich anderen Herausforderungen. Und während Desk Set eine leichtfüßige Komödie mit vielen ironischen Seitenhieben ist, ist Storm Center ein Melodrama mit ernster Botschaft, ein Lehrstück in Aufklärung, Zensur und geistiger Freiheit und für das Selbstverständnis von öffentlichen Bibliotheken.

Bibliothekarinnen Bette Davis und Kim Hunter.

Alicia Hull[1] (Bette Davis) ist während der allgegenwärtigen Kommunistenhatz der McCarthy-Ära die Leiterin einer Kleinstadt-Bibliothek, offenbar irgendwo an der US-amerikanischen Ostküste[2]. Sie übt dieses Amt seit 25 Jahren aus, hat Generationen von Kindern mit ihren Büchern aufwachsen sehen, weiß, wo jedes Buch steht, und nimmt den Kindern Lollies und ähnliches beim Betreten der Bibliothek ab und verwahrt es sicher in einer Schublade.

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Bridget Jones‘ Diary (2001)

Bridget Jones ist eine von uns. Eine von den Normalos ohne herausragende Talente. Das macht sie so populär. Im Job will sie einfach nur ihr Geld verdienen.

Bridget Jones (Renée Zellweger) „wedelt nur so mit Pressemitteilungen rum“, definiert ihr Chef und Liebhaber Daniel Cleaver (Hugh Grant) den Job der Mitarbeiterin der Presseabteilung eines Literaturverlags in London. Eine Definition ihrer Arbeit, die sich Mitarbeiterinnen – und es sind fast immer Frauen – von Presse- und Marketingabteilungen auch im wahren Leben nicht nur von Kolleg*innen anderer Bereiche, dort, wo das Geld verdient wird, anhören müssen.

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Armageddon (1998)

Harry S. Stamper gehört wie Bud Brigman in The Abyss zu der Sorte Chefs, die gescheit genug sind, eine Mannschaft um sich zu sammeln, auf die sie sich in jeder Lebenslage verlassen können und ohne die sie nicht auf Mission gehen.

In Armageddon (1998) streiten anfangs zur Abwechslung die zwei männlichen Protagonisten, sonst ist die Ausgangslage (und finale Lösung) ähnlich wie in Abyss. Ein Meteorit groß wie Texas rast auf die Erde zu, und wird sie, wenn er sie in 18 Tagen erreicht hat, unausweichlich zerstören. Die NASA weiß sich nach einigen anderen gescheiterten Aktionen nicht anders zu helfen, als in dem (rasenden) Meteoriten einen Atomsprengkopf zu platzieren, um ihn zu zerstören und so die Wucht des Aufpralls abzulenken.

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