Miss Sloane (2016)

Miss Sloane erzählt von der Arbeit von Lobbygruppen und ihres Einflusses auf die Gesetzgebung, von Politik, Gerichten, Medien und Öffentlichkeitsarbeit – und ist dabei spannend genug. Vor allem aber geht es in diesem Film um die persönliche Haltung jedes Einzelnen.

Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) kurz vor ihrem Abflug. ©Universum Film

Ich wüsste nicht, seit wann du eine Meinung zu Waffen hättest.“ – „Meine Meinung ist herangewachsen, irgendwann zwischen Columbine und Charleston.“ Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) ist eine taffe politische Lobbyistin, angestellt in einer großen Beratungsfirma in Washington, D.C.

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Jerry Maguire (1996)

Sportagent Jerry verfasst ein Memo und verteilt es in der ganzen Firma: „Was wir denken und nicht sagen. Die Zukunft unserer Branche“. Auf einen Achtungserfolg folgt – der Rauswurf.

Der letzte Tag am alten Arbeitsplatz: Jerry versucht, seine Klienten zu halten. (c) TriStar Pictures.

Sportagent Jerry Maguire (Tom Cruise) in Jerry Maguire (1996) erlebt auf der Höhe seiner Karriere ein typisches Burn-out, nur nennt er es nicht so und es macht sich auch nicht körperlich bemerkbar. „Ich hasste mich. Ich hasste meinen Platz in dieser Welt. Ich hatte so viel zu sagen und niemanden, der mir zuhörte“, stellt er irgendwann fest.

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The Insider (1999)

Der Whistleblower ist die Krone aller Figuren aus der Arbeitswelt auf einer Kinoleinwand, mit der sich Angestellte im Zuschauerraum identifizieren können.

Seine eigene moralische Integrität ist Richtschnur für sein Handeln, und er setzt sich mit seiner Aussage oder Dokumentenweitergabe an Medien oder Strafermittlungsbehörden über das Interesse seines Arbeitgebers, seines Bosses, seiner Kolleg*innen hinweg. In der Realität – das zeigen viele Filme – ist solch eine Aussage mit einem hohen Preis verbunden; monetär wird der Verlust an Karriere, Reputation, materieller Sicherheit selten aufgewogen.

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Tengoku to jigoku (1963)

In der realistischen Dokumentation von Polizeiarbeit ähnelt Akira Kurosawas „Zwischen Himmel und Hölle“ Jules Dassins „The Naked City“.

Fabrikant Kingo Gondo (Toshirô Mifune) ringt mit sich. Die trotz der Warnung des Entführers eingeschaltete Polizei agiert im Verborgenen. (c) Kurosawa Production Co.

Akira Kurosawas Zwischen Himmel und Hölle (Tengoku to jigoku, 1963) ist im Gegensatz zu seinen Historienfilmen im zeitgenössischen Japan, in Yokohama, angesiedelt. Die Buchvorlage schrieb der amerikanische Kriminalautor Ed McBain. Kurosawas Leibdarsteller Toshirô Mifune spielt den Schuhfabrikanten Kingo Gondo, der gerade einfädelt, die Aktienmehrheit seiner eigenen Firma (wieder) zu übernehmen, um so mehr Einfluss auf die Qualität von deren Schuhfabrikation zu gewinnen. Um an ausreichend Kapital für diesen geheimen Deal zu gelangen, verpfändet er seine prächtige moderne Villa auf dem Hügel und alles, was er besitzt.

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The Fountainhead (1949)

Architekt Howard Roark steht mit seinen Werten für einen visionären Unternehmer-Typus, einen Start-up-Künstler, dem die eigenen Prinzipien alles und der Markt nichts sind.

Gary Cooper war im alten Hollywood abonniert auf den Mann mit Prinzipien. In The Fountainhead (Ein Mann wie Sprengstoff, 1949) nach dem Roman von Ayn Rand[1] spielt Cooper Howard Roark, einen genialen Architekten, der sich nicht verbiegen lässt. Howard Roark will nicht gefallen, er braucht keine Bestätigung, auch nicht durch einen Auftraggeber.

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